Hände legen Äpfel in einen Weidenkorb

Was sind Bioflavonoide? Alles über ihre Aufgaben, Potentiale und Co.

11. März 2024Leilah FörsterLesezeit: 3,5 Minuten

Bioflavonoide, auch Flavonoide genannt, ist ein Begriff, über den du vielleicht schon das ein oder andere Mal gestolpert bist – insbesondere dann, wenn du dich mit gesunder Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln befasst hast. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff?

Bei Bioflavonoiden handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, genauer genommen um Polyphenole. In der Pflanzenwelt spielen sie als starke Antioxidantien eine wichtige Rolle im Schutzmechanismus vieler Pflanzen. 

Vor allem in letzter Zeit rückten diese wertvollen Pflanzenstoffe immer mehr ins Zentrum wissenschaftlicher Forschungen. Denn auch für uns Menschen sind Antioxidantien sehr wertvoll und ein entscheidender Faktor unseres Immunsystems.

In diesem Beitrag erfährst du alles, was du über Bioflavonoide und ihre wertvollen Eigenschaften wissen musst. Außerdem verraten wir dir, welche Lebensmittel besonders reich an Flavonoiden sind und worauf du achten solltest, um deinen täglichen Bedarf zu decken.

Bioflavonoide: Aufgaben in der Pflanzenwelt

Weintrauben am Weinstock

In der Pflanzenwelt erfüllen Flavonoide zahlreiche wichtige Funktionen. Dazu zählen:

  • Schutz der Pflanze vor äußeren Einflüssen: Durch ihre antioxidativen Eigenschaften wirken Flavonoide wie ein natürlicher Schutzschild, der die Pflanze vor UV-Strahlung, Krankheitserregern und Schädlingen schützt. 
  • Bestimmung von Farbe und Geruch der Pflanze: Ob gelb, rot oder violett – Flavonoide sind die Farbstoffe, die der Pflanze ihr strahlendes Aussehen verleihen. Außerdem sind sie für den betörenden Geruch vieler Pflanzen verantwortlich, der nützliche Insekten anziehen soll.
  • Regulation des Pflanzenwachstums: Als wichtige Wachstumsregulatoren beeinflussen Flavonoide die Entwicklung von Blüten, Blättern und Wurzeln. 

Man findet sie vor allem in der äußersten Schicht der Pflanzen.  Das ist mitunter der Grund, weshalb die Schale vieler Obst- und Gemüsesorten als besonders gesund gilt.

Bioflavonoide und ihre Wirkung für uns Menschen

Wie du bereits gelernt hast, zählt der Schutz der Pflanze vor äußeren Einflüssen und Schädlingen zu den Hauptaufgaben der Bioflavonoide. Interessanterweise lassen sich diese Eigenschaften in gewissem Maße auch auf uns Menschen übertragen. 

Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die sich mit den potentiellen Wirkungen von Flavonoiden auf den menschlichen Körper beschäftigen. Dazu zählen:

  • Antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen: Bioflavonoide sind starke Antioxidantien. Deshalb können sie dazu beitragen, Zellschäden und Entzündungen durch freie Radikale im Körper zu neutralisieren. 
  • Immunsystem-stärkende Wirkungen: Durch ihre entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften können Flavonoide das Immunsystem unterstützen.  Auch die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schreibt ihnen positive Wirkungen auf das Immunsystem zu. 
  • Positive Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System: Einige Flavonoide können sich positiv auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit auswirken. So wurde in verschiedenen Studien* festgestellt, dass sie den Blutdruck senken und die Durchblutung verbessern können.

*Edith Cowan University. Flavonoid-rich diet protects against cancer and heart disease, study finds. ScienceDaily, 2019.

Bioflavonoide in Lebensmitteln: Unterarten und Vorkommen

Zitronen und Tee auf dem Tisch

Es gibt 5 Unterarten der Flavonoide, wobei jede eine eigene Struktur besitzt. Somit werden sie von unserem Körper unterschiedlich abgebaut und bringen auch unterschiedliche Eigenschaften mit sich. Deshalb ist es wichtig, auf die richtige Dosierung der Bioflavonoide zu achten und sie in einer ausgewogenen Kombination zu sich zu nehmen, um die umfassendste Wirkung für deinen Körper zu erhalten. Hier einige Beispiele, welche Bioflavonoide in welchen Lebensmitteln enthalten sind:

  • Flavanole: schwarzer und grüner Tee, dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil
  • Flavonole: Grünkohl, Zwiebeln, Beeren, Kresse, Rucola
  • Flavone: Petersilie, Thymian, Kamille, Minze, Sellerie, Trauben, Äpfel
  • Flavanone: Zitrusfrüchte wie Zitrone, Orange oder Grapefruit
  • Anthocyane: Beerenobst wie Heidelbeeren, Himbeeren oder Brombeeren

Viele Flavonoide in Lebensmitteln sind allerdings sehr hitzeempfindlich und werden bei zu heißem Kochen schnell zerstört. Deshalb legen wir dir ans Herz, Obst und Gemüse möglichst frisch zu essen und auf eine schonende Zubereitung zu achten.

Zusätzlich kannst du über hochwertige Flavonoide als Nahrungsergänzungsmittel nachdenken (z. B.  Flavonoide in Kapseln), um hiervon ausreichend zu dir zu nehmen (Tagesbedarf an Bioflavonoiden: 50 bis 100 mg). Eine wertvolle Kombination enthalten beispielsweise Pro Vitamin C mit den Bioflavonoiden Quercetin, Rutin und Hesperidin oder Pro Sirtusan mit 14 polyphenolreichen Pflanzenextrakten. 

Die Kraft der Citrus-Bioflavonoide

Frau hält Grapefruit in der Hand

Wie der Name bereits vermuten lässt, sind Citrus-Bioflavonoide eine bestimmte Untergruppe der Flavonoide, die vermehrt in Zitrusfrüchten vorkommen – vor allem in ihrer Schale. Auch bekannt als Citrusflavonoide verleihen sie den Früchten ihren typisch sauren Geschmack und den angenehm frischen Duft. Bekannte Citrus-Bioflavonoide sind:

  • Hesperidin ist das am häufigsten vorkommende Citrusflavonoid in Zitrusfrüchten, wo es insbesondere in der weißen Schicht (Mesokarp) unter der Schale vorhanden ist.
  • Rutin kommt in verschiedenen Pflanzen vor, darunter Zitrusfrüchte, aber auch Äpfel, Zwiebeln und Buchweizen. 
  • Naringin ist vor allem in Grapefruits zu finden und für ihren bitter-säuerlichen Geschmack verantwortlich.

Insbesondere Citrusflavonoide werden mit vielen positiven Eigenschaften für die Gesundheit in Verbindung gebracht. Aus diesem Grund sind sie derzeit Mittelpunkt zahlreicher wissenschaftlicher Forschungen und nehmen immer mehr Platz im Leben vieler gesundheitsbewusster Menschen ein. 

Unschlagbare Synergie: Bioflavonoide und Vitamin C

Vielleicht hast du schon mal gehört, dass Vitamin C mit Bioflavonoiden zusammen besonders empfohlen wird. Doch warum ist das so?

Tatsächlich gibt es einige Hinweise darauf, dass die beiden Komponenten sich in ihren Wirkungen ergänzen und sogar verstärken. Auch in Obst und Gemüse kommen sie immer gemeinsam vor. Hier sind einige Wirkungen, die man bei ihrer Kombination vermutet:

  • Erhöhte Bioverfügbarkeit von Vitamin C: Flavonoide können dazu beitragen, die Oxidation von Vitamin C zu verhindern und dessen Aktivität zu verbessern.
  • Antioxidative Synergie: Sowohl Flavonoide als auch Vitamin C sind starke Antioxidantien, beides optimal kombiniert in unserem Pro Vitamin C. In Kombination soll sich die Wirksamkeit der beiden Komponenten verstärken, wodurch sie effektiver an der Neutralisierung freier Radikale arbeiten können als jede Substanz für sich alleine. 
  • Verbesserte Durchblutung: Viele Flavonoide werden mit positiven Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System in Verbindung gebracht, wie etwa einer verbesserten Durchblutung. Gleichzeitig ist Vitamin C an der Kollagenbildung beteiligt, die sich direkt auf die Elastizität der Blutgefäße auswirkt. Somit können Flavonoide und Vitamin C gemeinsam die Herz-Kreislauf-Gesundheit unterstützen. 

Fazit: Flavonoide für unsere Gesundheit

Die Welt der Flavonoide eröffnet ein neues, spannendes Kapitel in der Wissenschaft, denn diese faszinierenden Pflanzenstoffe halten durchaus vielversprechende Potentiale für uns bereit. Sie sind das beste Beispiel dafür, dass die Natur eine reiche Quelle großartiger Möglichkeiten ist. Denn wie Hippokrates bereits sagte: „Lasst eure Nahrungsmittel eure Heilmittel und eure Heilmittel eure Nahrungsmittel sein“.

Ob in der bunten Vielfalt von Obst, knackigem Gemüse, aromatischen Kräutern oder einer gezielten Ergänzung durch Nahrungsergänzungsmittel: Wir möchten dich dazu ermutigen, Flavonoide bewusst in deinen täglichen Speiseplan einzubauen. Denn so schaffst du dir nicht nur einen großen Mehrwert für deine Gesundheit, sondern auch einen bedachten, achtsamen Umgang mit deiner Ernährung.

Quellen

  • Cai, X., et al. "Bioavailability of quercetin: problems and promises." Current medicinal chemistry 20.20 (2013): 2572-2582.
  • Ganeshpurkar, A. & Saluja, A. K. The Pharmacological Potential of Rutin. Saudi Pharm J 25, 149-164, doi:10.1016/j.jsps.2016.04.025 (2017)
  • Garg A, Garg S, Zaneveld LJ, Singla AK. Chemistry and pharmacology of the Citrus bioflavonoid hesperidin. Phytother Res. 2001 Dec;15(8):655-69. doi: 10.1002/ptr.1074. PMID: 1174685.
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Sekundäre Pflanzenstoffe und Gesundheit, abgerufen am 30.01.2024 
     

FUNDIERTES WISSEN FÜR DEINE GESUNDHEIT

LESEN, HÖREN, VERSTEHEN
Frische Kurkumawurzeln und eine Schale mit Kurkumapulver
Produktkategorie
Pflanzenextrakte und Phytonährstoffe
Frau mit lockigen Haaren genießt mit geschlossenen Augen das Sonnenlicht
Anwendungsbereich
Immunsystem & Abwehrkräfte
#6 Die bunte Vielfalt der sekundären Pflanzenstoffe
Podcast
#6 Die bunte Vielfalt der sekundären Pflanzenstoffe