Frau liegt im Bett und hält eine Tasse in den Händen

Wie ein Antibiotikum die Darmflora beeinflusst

19. Dezember 2023Leilah FörsterLesezeit: 4 Minuten

Jedes Jahr werden Millionen von Menschen mit Antibiotika behandelt und in der Welt der Medizin haben sie zweifellos bereits zahlreiche Leben gerettet und Infekte bekämpft. In vielen Fällen ist es durchaus sinnvoll und notwendig, Antibiotika einzunehmen. Doch während sie als Retter in der Not gelten, bleibt ihre Schattenseite oft außer Acht.

Denn wo diese starken Mittel alle krankheitserregenden Bakterien außer Gefecht setzen, machen sie auch vor den nützlichen Bakterien keinen Halt – wie beispielsweise den guten Bakterien unserer Darmflora. Diese Mikroorganismen, die unseren Darm bevölkern, spielen nicht nur eine Schlüsselrolle für unsere Darmgesundheit, sondern auch für die Gesundheit unseres gesamten Körpers.

In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie Antibiotika die Darmflora beeinflussen und was du tun kannst, um deine Darmflora zu schützen oder wieder aufzubauen. Wenn Antibiotika also doch einmal unvermeidbar für dich sind, denke an deine Darmflora und hilf ihr, sich von dem Eingriff zu regenerieren. Denn ein informierter Umgang mit Antibiotika ist essentiell, um das harmonische Zusammenspiel deiner Innenwelt zu bewahren. 

Warum sollte nach der Antibiotikabehandlung die Darmflora aufgebaut werden?

Eine Person greift nach einem Holzwürfel mit einem Smiley darauf

Die Rolle des Darms in unserem Körper geht weit über die eines einfachen Verdauungsorganes hinaus. Denn tatsächlich befinden sich dort etwa 70 bis 80 % der körpereigenen Immunzellen. Nicht umsonst heißt es oft: „Der Darm ist die Wurzel unserer Gesundheit“. 

Maßgeblich für einen gesunden Darm sind außerdem seine Bewohner, auch als Darmflora oder Mikrobiom bezeichnet. Denn diese guten Bakterien spielen eine zentrale Rolle bei vielen lebenswichtigen Körperfunktionen wie der Verdauung, der Entgiftung und einer angemessenen Immunantwort. Gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht, hat das also nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit des Darms, sondern auch auf die allgemeine Gesundheit des Körpers. 

Was passiert während einer Antibiotikabehandlung mit der Darmflora?

Nehmen wir Antibiotika ein, so ist es das Ziel, krankmachende Bakterien abzutöten. Doch Antibiotika unterscheiden nicht zwischen „guten“ und „bösen“ Bakterien. Während sie die schädlichen Bakterien eliminieren, wird auch ein Teil der guten Bakterien im Körper abgetötet. Somit kann eine Einnahme von Antibiotika das sensible Gleichgewicht der Darmflora durcheinanderbringen und die Anzahl der freundlichen Darmbakterien erheblich dezimieren.

Antibiotika und Darmflora: Schutz vor langfristigen Auswirkungen

Von einer einzelnen Antibiotika-Einnahme erholt sich deine Darmflora im Normalfall wieder. Das kann jedoch durchaus ein bis zwei Jahre dauern. Wenn allerdings durch regelmäßige Antibiotika-Einnahme die Darmflora dauerhaft beschädigt ist, kann es zu langfristigen Auswirkungen kommen. 

Zu den möglichen langfristigen Auswirkungen zählen vor allem:

  • chronische Verdauungsprobleme (z. B. Blähungen, Durchfall oder Verstopfungen)
  • Reizdarmsyndrom 
  • Darmentzündungen
  • geschwächte Immunabwehr
  • Hautprobleme
  • Störungen der Atemwege und Lunge

Um langfristigen Auswirkungen von vornherein entgegenzuwirken, empfehlen wir dir, bereits während und spätestens direkt nach einer Antibiotika-Behandlung deine Darmflora aufzubauen. Das kannst du, indem du beispielsweise eine Darmsanierung während der Antibiotika-Einnahme einschleichend beginnst. Hier sind vor allem Probiotika und Präbiotika sinnvoll, bei denen sich oftmals eine langsame Steigerung der Dosierung bewährt hat.  So hast du am Ende der Antibiotika-Einnahme die volle Tagesdosis erreicht.
 

Darmsanierung nach Antibiotika: Tipps für eine gesunde Regeneration

Um deine Darmflora nach einer Antibiotika-Einnahme zu schützen und zu regenerieren, sind vor allem wichtig: 

  • Probiotika: Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei den PRObiotika um die Gegenspieler der ANTIbiotika. Durch die Einnahme von Probiotika nach Antibiotika-Einnahme werden lebende Mikroorganismen, die die Balance deiner Darmflora unterstützen, deinem Körper zugeführt. Eine sorgfältig abgestimmte Mischung aus 31 lebenden Bakterienstämmen und 24 fermentierten Kräuter- und Pflanzenextrakten bietet dir Pro EM san. 
  • Präbiotika: Präbiotika sind lösliche, nicht-verdauliche Ballaststoffe, die das Wachstum der guten Darmbakterien fördern. Im Gegensatz zu Probiotika sind sie selbst nicht lebend, sondern dienen als Futter für deine freundlichen Darmbewohner. Somit können sie die Vermehrung und Aktivität der nützlichen Bakterienstämme unterstützen. Eine ausgewogene Kombination aus vier sehr gut verträglichen löslichen Ballaststoffen findest du im Pro Präbioma. 
     

Welche Ernährung für eine Darmkur nach Antibiotika?

Eine bunte Bowl mit Obst, Gemüse und einem Ei

Auch die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle, wenn du den Aufbau deiner Darmflora nach einer Antibiotika-Behandlung unterstützen möchtest. Folgende Lebensmittel und Leitlinien können dir dabei helfen, das Wachstum deiner guten Darmbewohner zu fördern: 

  • Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Haferflocken und Hülsenfrüchte 
  • Probiotische und fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut und Kimchi (unerhitzt!), Kombucha, Tempeh und Miso-Paste
  • Omega-3-Fettsäuren wie in Chiasamen, Leinsamen, Lachs und Makrele
  • Ausreichend Flüssigkeit: vor allem Wasser und ungesüßte Kräutertees
  • Reduzierung von Zucker, Industriesalz, gesättigten Fettsäuren und verarbeiteten Lebensmitteln: Diese können dazu beitragen, das Wachstum deiner Darmbewohner zu hemmen.
  • Vielseitige Ernährung: Eine breite Palette an gesunden Lebensmitteln kann dazu beitragen, die Vielfalt der Bakterienstämme deiner Darmflora zu fördern.

Natürliche Wege zur Darmsanierung: So unterstützt du deine Darmflora

Eine Frau, die in ihrem Bett zugedeckt ist und schläft

Wenn du deinen Speiseplan angepasst hast, gibt es noch einige zusätzliche Maßnahmen, um das Gleichgewicht deiner Darmflora zu stärken.

  • Ausreichend Schlaf: Ein gesundes, erholsames Schlafverhalten ist wichtig, damit dein Körper sich regenerieren kann. Nur so hat er die nötige Energie für die lebenswichtigen Körperfunktionen wie Verdauung und Stoffwechsel. Wir empfehlen dir, jede Nacht zwischen 7 und 8 Stunden zu schlafen.
  • Entspannungsübungen:  Stress kann dazu führen, dass wichtige Körperfunktionen, wie beispielsweise die Darmaktivität, zurückgeschraubt werden. Versuche deshalb, dein Stresslevel zu reduzieren, indem du regelmäßige Entspannungsübungen (zum Beispiel Yoga, Pilates oder Meditation) oder beruhigende Atemtechniken in deinen Alltag integrierst.
  • Bewegung: Ein Mangel an Bewegung kann die Trägheit deines Darmes fördern. Bring deinen Darm in Schwung, indem du einen aktiven Lebensstil pflegst – optimal sind 30 bis 60 Minuten Bewegung pro Tag, am besten an der frischen Luft. Ein vitaler Lebensstil hilft nicht nur deinem Darm, sondern deinem gesamten Körper.  

Quellen

  • Ramirez, J., Guarner, F., Bustos Fernandez, L., Maruy, A., Sdepanian, V. L., & Cohen, H. (2020). Antibiotics as Major Disruptors of Gut Microbiota. Frontiers in cellular and infection microbiology, 2020; 24:10; doi:10.3389/fcimb.2020.572912
  • Mitchell L. Sogin et al., The Pervasive Effects of an Antibiotic on the Human Gut Microbiota, as Revealed by Deep 16S rRNA Sequencing, PLoS Biol. 2008; 18;6:e280; doi:10.1371/journal.pbio.0060280
  • DocCheck Flexikon: Mikrobiom, abgerufen am 07.12.2023

FUNDIERTES WISSEN FÜR DEINE GESUNDHEIT

LESEN, HÖREN, VERSTEHEN
Person legt beide Hände auf den nackten Bauch
Produktkategorie
Probiotika
Nahaufnahme eines Bauchs mit Bauchnabel
Anwendungsbereich
Darm & Verdauung
#23 Darmflora stärken mit Probiotika
Podcast
#23 Darmflora stärken mit Probiotika